Krank gemeldet und trotzdem ein schlechtes Gewissen

39 Fieber, und ich liege im Bett und denke an die liegengebliebene Arbeit. Irgendwas haben sie uns gut antrainiert, und das ist nicht gesund. Ich habe gelernt, am Krankentag das Postfach nicht zu öffnen. Klingt banal, ist hart. Mein Gehirn produziert in den ersten Stunden noch komplette To-do-Listen, dann gibt es irgendwann auf. Ich rede mir vor: niemand stirbt, wenn die Mail einen Tag liegt. Niemand. Heute habe ich mir sogar einen Stempel auf den Spiegel geklebt – „Du darfst krank sein". Klingt sektenartig, hilft aber.

4 Antworten

@frust_max
Ich glaube ehrlich, manche Vorgesetzte denken, das sei normal. Bis jemand kündigt.
@frust_max
Genau diese Sätze stehen vermutlich in einem Management-Handbuch, das im Umlauf ist. Anders kann ich's nicht erklären.
@wuetende_petra
Wir hatten genau diese Situation letztes Quartal — bis ich's einmal schriftlich festgehalten habe. Plötzlich war's nicht mehr so.
@frust_max
Bei uns gibt es einen Kollegen, der dafür mittlerweile berüchtigt ist. Wir nennen es nur noch „Mail nach Mitternacht-Modus".