Mikromanagement bei jedem Zwischenschritt, Rückmeldung nur dann, wenn etwas schiefgeht, und sonntags klingelt das Diensthandy: Eine schwierige Führungskraft prägt den Arbeitsalltag stärker als fast alles andere. Du musst das nicht schlucken – hier sind sechs Wege, damit umzugehen.
1. Benenne, was genau nervt
„Mein Chef nervt" ist zu vage. Ist es Mikromanagement, der Ton, die Erreichbarkeit, fehlende Wertschätzung? Sobald du es konkret benennst, kannst du gezielt reagieren.
2. Bereite ein Feedback-Gespräch vor
Geh nicht mit einem Gefühl ins Gespräch, sondern mit einem Beispiel und einem Wunsch: „Mir kamen die letzten Rückmeldungen sehr kurzfristig. Können wir morgens kurz Prioritäten abstimmen?" Ein Vorschlag ist deutlich schwerer abzuwehren als ein Vorwurf.
3. Grenzen bei der Erreichbarkeit
Anrufe nach Feierabend musst du in der Regel nicht annehmen – außerhalb vereinbarter Rufbereitschaft bist du nicht verpflichtet, erreichbar zu sein. Kommuniziere deine Arbeitszeiten freundlich und klar.
4. Dokumentiere Vorfälle
Notiere wiederkehrende Probleme mit Datum, Anlass und Beteiligten. Das hilft dir, Muster zu erkennen – und ist die Grundlage, falls du eskalieren musst.
5. Kenne deinen Eskalationsweg
Wenn direkte Gespräche nichts bringen, gibt es Wege daneben: die nächsthöhere Führungsebene, die Personalabteilung und – wo vorhanden – der Betriebsrat. Bei Anfeindungen oder systematischer Herabwürdigung ist das kein Petzen, sondern der vorgesehene Weg.
6. Reagiere nie im Affekt
Die wütende Mail an die Führungskraft ist die teuerste Art, Dampf abzulassen. Kotz dich erst aus, schlaf eine Nacht darüber, entscheide dann. Unter Chef nervt liest du anonym mit, womit andere sich gerade herumschlagen.
Ob es wirklich an der Führungskraft liegt oder am Job insgesamt, klärst du mit dem Ratgeber Frust über die Arbeit.